Argafrucht, Argannuss und Arganmandel (Argankern)
Arganbaum, Arganfrucht, Argannuss und Arganmandel

Vom Arganbaum zum Arganöl
Arganöl-Herstellungsverfahren

Arganöl wird aus Arganmandeln oder auch Argankerne genannt, gewonnen.
Ein bis drei Argankerne befinden sich in einer Nuss, deren Schale zehnfach härter ist als eine Haselnuss, diese wiederum ist von Fruchtfleisch umhüllt.

Sowohl bei der ersten Kaltpressung (geröstet oder ungeröstet) als auch bei der Handpressung (geröstet) werden folgende Arbeitsschritte per Hand vorbereitet.

Zuerst müssen die gesammelten Arganfrüchte trocknen um anschließend das Fruchtfleisch zu entfernen. Mit Hilfe eines Steines werden die harten Nüsse aufgeschlagen um an die Arganmandeln zu kommen.

Arganöl geröstet oder ungeröstet?
Arganöl geröstet wird aus Arganmandeln, die zuerst über ein offenes Feuer mild geröstet werden, gepresst. Dadurch bekommt das Öl einen nussigen Geschmack und eine dunkel goldene Farbe.
Das geröstete Arganöl wird gerne in der FeinschmeckerKüche verwendet.

Arganöl ungeröstet wird aus ungerösteten Arganmandeln gepresst, es bekommt eine hellere goldene Farbe als das geröstete, hat einen neutralen Geschmack und einen leichten Geruch.
Das Arganöl ungeröstet wird überwiegend in der Kosmetik verwendet oder auch als Nahrungsergänzung eingesetzt.

Arganöl handgepresst oder kaltgepresst?

Handpressung (auch traditionell genannt):
In einer Steinmühle werden die gerösteten Mandeln zermahlen und durch das Beifügen von einer kleinen Menge Wasser wird daraus ein Mandelteig, der solange geknetet und gerührt wird, bis das Öl heraustritt.

Kaltpressung:

Die gerösteten Mandeln werden mit Hilfe einer Schneckenpresse gepresst.

Anhand dieser unterschiedlichen Verfahren, kann man von drei Sorten Arganöl sprechen:

Arganöl geröstet handgepresst
Arganöl geröstet kaltgepresst
Arganöl ungeröstet kaltgepresst

Es stellt sich nun die Frage: was ist mit Arganöl ungeröstet handgepresst?
Weil die ungerösteten Arganmandeln sehr zäh sind, ist kaum möglich diese per Hand (also mit einer Steinmühle) zu pressen.

KaktusKaktusfeigen sind birnenförmige Früchte, die auf dem Opuntienkaktus wächst. Ursprünglich stammt diese Pflanze aus Mexiko und dem tropischen Mittelamerika. Heute wird die Kaktusfeige aber auch im Mittelmeerraum, zum Beispiel in Italien, Spanien, und Marokko geerntet, von wo aus sie auf den deutschen Markt kommt.
Der Kaktus bildet ein Dickicht und wird in vielen Ländern zur Einzäunung genutzt. Auf den Sprossen bilden sich die Blüten aus denen die Kaktusfeigen entstehen.
Die Kaktusfeigen haben ein geleeartiges Fruchtfleisch mit einem süß-saurem Geschmack. Im Inneren findet man kleine Kerne, die mitgegessen werden können.

Heute haben die Kaktusfeigen aber auch noch eine andere Bedeutung. Aus den Kernen wird das wertvolle Kaktusfeigenkernöl gewonnen, das heute in der Kosmetikindustrie überaus begehrt ist. Die Gewinnung von Kaktusfeigenkernöl ist langwierig und kostenaufwendig. Hierzu werden die Kerne der Kaktusfeigen zunächst vom Fruchtfleisch gelöst und sorgsam gewaschen. Dann werden sie in der Sonne getrocknet und schließlich kalt gepresst. Um nur einen Liter Kaktusfeigenkernöl zu gewinnen, braucht man etwa 800 bis 1000 kg Kaktusfeigen. Durch den Vorgang des Kaltpressens bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.

Das Kaktusfeigenkernöl zeichnet sich durch eine hohe Konzentration an ungesättigten Fettsäuren aus. Hier hebt sich besonders der hohe Anteil von Linolsäure hervor. Diese sind für den menschlichen Körper eine essentielle Fettsäure, die für wichtige Stoffwechselfunktionen benötigt wird. Diese Fettsäure kann im menschlichen Organismus jedoch nicht hergestellt werden und muss durch die Ernährung zugeführt werden. Deshalb ist das Kaktusfeigenkernöl als Nahrungsmittelergänzung besonders wertvoll.
Außerdem besitzt das Kaktusfeigenkernöl die natürlichen Antioxidantien, wie Tocopherole, die den Körper gegen Freie Radikale schützen. Tocopherole sind auch als Vitamin E bekannt. Sie sind lipidlöslich und schützen mehrfachungesättigte Fettsäuren in den Membranen vor der zerstörenden Wirkung der freien Radikalen. Diese tragen zum Alterungsprozess des Zellgewebes bei und sind auch besonders für die Alterungserscheinungen der Haut verantwortlich. Kaktusfeigenkernöl verhindert, dass Freie Radikale in den Körper eindringen können und wird somit zum Schutz für die Zellen des Immunsystems.

Ebenso zeichnet sich das Kaktusfeigenkernöl durch einen hohen Anteil an Sterolen aus. Diese Tragen im Körper dazu bei, Cholesterinspiegel zu senken und fördern außerdem die Eiweißsynthese. Dadurch tragen sie zum Aufbau von Muskelmasse bei.

Es ist auf dem Markt auch Kaktusfeigenöl erhältlich, das man nicht mit dem Kernöl verwechseln sollte. Es wird aus einer Mazeration der Kaktusblüten gewonnen und hat nicht die gleichen Eigenschaften.

In der Kosmetikindustrie und bei Nahrungsergänzungsmitteln wird das Kaktusfeigenkernöl wegen seiner wichtigen Eigenschaften vielfach eingesetzt. Es kommt in Kosmetikprodukten zum Einsatz, die dem Alterungsprozess entgegenwirken, den so genannten Anti-Aging Produkten. Ebenso wird es als Nahrungsmittelzusatz angewendet, wo die Supplementierung durch den hohen Vitamin E Gehalt bei Hautkrankheiten, wie Neurodermitis eingesetzt werden kann. Gleichfalls ist es für Personen mit hohem Cholesterin-Spiegel angezeigt.

Das Kaktusfeigenkernöl kann man auch zu Hause zu vielen Zwecken eingesetzten. Zunächst einmal ist es ein wertvolles Mittel, um die vorzeitige Hautalterung zu vermeiden. Es strafft die Haut und wirkt der Faltenbildung entgegen. Auch dunkle Augenringe können mit Kaktusfeigenkernöl erfolgreich bekämpft werden. Insgesamt erhält die Haut ein glatteres, gesünderes Aussehen.
Auch trockene und spröde Haare können von Kaktusfeigenkernöl profitieren. Das Öl wirkt feuchtigkeitsspendend und gibt dem Haar seinen natürlichen Glanz zurück.
Rissige, brüchige Fingernägel werden durch Kaktusfeigenkernöl wieder geschmeidig und wachsen gesund und kräftig nach.